Zwei Wochen nach ihrem fulminanten Erfolg beim ISTAF Indoor Meeting in Berlin legte Malaika Mihambo am vergangenen Wochenende bei den Deutschen Hallenmeisterschaften nach. Wenngleich die großen Namen der deutschen Weitsprungkonkurrenz an diesem Wochenende in Leipzig nicht vertreten waren, war der Sieg der 25-Jährigen kein Selbstläufer. Grund dafür war, dass Malaika es, ähnlich wie beim ISTAF, zu Beginn erst einmal spannend machte.
Nach zwei ungültigen Versuchen stand sie im dritten Durchgang enorm unter Druck, diesen Sprung nun gültig zu machen. Schafft sie es nicht, wäre der Wettbewerb für die Titelfavoritin bereits vorbei, bevor er überhaupt richtig begonnen hat. Daher machte die Oftersheimerin auf Anweisung ihres Trainers einen Sicherheitssprung, um auf keinen Fall das Brett zu übertreten. So wunderte sich mancher Zuschauer über die für Malaika eher kurze Weite von 6,21 m, mit welcher sie im Zwischenergebnis lediglich an dritter Stelle stand. Doch sie behielt einmal mehr die Nerven und setzte im darauffolgenden 4. Durchgang mit 6,66 m nicht nur ein dickes Ausrufezeichen, sondern stand auch endlich an der Spitze der Weitsprungkonkurrenz. Von dieser Position war sie von diesem Moment an nicht mehr zu verdrängen; Malaika steigerte sich sogar noch auf starke 6,72 m, sodass sie am Ende mit einem beachtlichen Vorsprung vor der Zweitplatzierten Annika Gärzt (6,47 m) die Goldmedaille gewann und somit ihren Deutschen Hallenmeistertitel verteidigte.
Maike Braun

Wie steckt es ein Sportler weg, wenn er sich seinen großen Traum einer internationalen Goldmedaille erfüllt und über Wochen hinweg auf einer Erfolgswelle reitet? Häufig kommt es vor, dass solchen Athleten schnell alles über den Kopf wächst, sie erst einmal von einem Leistungstief eingeholt werden und vor lauter Medienrummel der Fokus weg vom Sport rutscht. Nicht so jedoch bei Malaika Mihambo. Nach ihrem Triumph bei den Europameisterschaften in Berlin vergangenen Sommer hat sie nach einer mehrwöchigen Indien-Reise die vielen Eindrücke und Erfahrungen verarbeiten und sich gemeinsam mit ihrem Trainer Ralf Weber auf die neue Saison vorbereiten können. Man konnte also davon ausgehen, dass Malaika nicht zu der Sorte Topathleten gehört, die zunächst unter ihren Möglichkeiten bleiben. Doch wie stark die 25-Jährige zum jetzigen, noch frühen Zeitpunkt der Saison tatsächlich ist, hätte wohl kaum jemand erwartet.
Nach zwei „Vorbereitungswettkämpfen“ im 60m-Sprint und Weitsprung fand für Malaika am vergangenen Freitag das erste Kräftemessen mit den besten Weitspringerinnen der Welt beim ISTAF Indoor-Meeting in Berlin statt. Das Ziel war dabei klar definiert: Die guten Trainingswerte in Leistung umsetzen. So schnell wie jetzt war sie schließlich noch nie und je schneller der Anlauf ist, desto weiter kann man potenziell springen. Jedoch zeigte die Oftersheimerin in den ersten Versuchen Nerven. Nach zwei ungültigen Sprüngen zum Auftakt stand sie vor dem Druck, im dritten Durchgang in jedem Fall das Brett treffen zu müssen und einen gültigen Sprung zu machen. Und was macht Malaika? Sie bleibt cool, steigert ihre vorherige Hallenbestleistung um 22 Zentimeter und setzt sich mit 6,94m deutlich an die Spitze des Teilnehmerfeldes. Getragen von der tollen Stimmung war sie von nun an wie beflügelt und steigerte sich im vierten Versuch auf sagenhafte 6,99m, womit sie sich auf den 1. Platz der aktuellen Weltjahresbestenliste setzte – keiner ist in dieser Saison bisher also weiter gesprungen als Malaika. Bei ihrem letzten Sprung rundete sie diese eindrucksvolle Serie schließlich mit einer Weite von 6,98m ab und lies sich anschließend gebührend vom Publikum für ihren Meeting-Sieg feiern.
Alle Leichtathletikfans dürfen sich nun auf weitere zwei Wettkämpfe mit Malaika freuen – sie wird in den kommenden Wochen sowohl bei den Deutschen Hallenmeisterschaften als auch bei den Halleneuropameisterschaften an den Start gehen. Ob sie es noch im Winter schafft, die 7m-Marke zu knacken, oder ob sie sich dies für die Freiluftsaison aufhebt, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: Malaika wird alles dafür geben, um die magische Grenze zu überspringen!
Maike Braun

Am 27. Januar fand in der Mannheimer Leichtathletikhalle ein Sportfest für die Altersklasse U16 statt. Mit dabei waren elf Athletinnen und Athleten der LG Kurpfalz, die allesamt auf der Jagd nach Normen für die Badischen Meisterschaften waren.
In der männlichen Jugend der 14-jährigen Jungen glänzte an diesem Tag besonders Yannick Schaub mit tollen Leistungen über die Hürden, im Sprint und im Weitsprung. Am besten schnitt er dabei über die 60m Hürden ab, wo er in einer Zeit von 10,77 sek die Bronzemedaille gewann. Zudem wurde er Vierter über die 60m (8,74 sek) sowie Siebter im Weitsprung (4,59m). Sein Teamkollege Bela Keitel war dabei ebenfalls im Spint und Weitsprung am Start. Bei den gleichaltrigen Mädchen überzeugte Tatjana Hoffman mit einem 2. Platz über die 60m Hürden in 9,92 sek; ihre Teamkollegin Sarah Meiser wurde tolle Vierte (10,17 sek). Sarah wurde zudem zweimal Fünfte im 60m Sprint (8,46 sek) sowie über die 800m (2:44,97 min) und Tatjana Vierte im Kugelstoßen mit einer Weite von 7,24m. Des Weiteren belegte Anna Berner über die 800m den 7. Platz (2:48,50 min) und Tabea Hoffmann erreichte dieselbe Platzierung im B-Finale über die 60m, welches Smilla von Duhn knapp verpasste.
Der ein Jahr älteren Greta Ziegler gelang über die 800m in schnellen 2:32,96 min sogar der Tagessieg, wo sie zuvor bereits über die 60 m (8,32 sek) auf dem Bronzerang und im Weitsprung auf dem 6. Platz gelandet war. Einen Rang hinter ihr belegte Magdalena Weber im 800m-Rennen den 2. Platz in 2:51,96 min. Mit Platz vier im Weitsprung (4,94m), Platz fünf im Kugelstoßen (8,62m) sowie einem siebten Platz im Sprint (8,45 sek) rundete Sophie Knapp schließlich das tolle Tagesergebnis der LG Kurpfalz ab, sodass am Ende insgesamt elf Qualifikationen für die Badischen Meisterschaften zu Buche standen.
Maike Braun

Bei der ersten großen Meisterschaft der Saison 2019 waren am vergangenen Wochenende vier Oftersheimer Athleten in die Leichtathletikhalle nach Sindelfingen gefahren, um sich mit den besten Sportlern Baden-Württembergs zu messen. Der „Glaspalast“, wie diese Sportstätte häufig genannt wird, bot dabei mit seiner schnellen Bahn perfekte Bedingungen, um Top-Leistungen abzurufen.

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Vier Monate harte Vorbereitung mit Tempoläufen und Krafttraining liegen nun bereits hinter den Athleten der LG Kurpfalz – ein guter Zeitpunkt also, um zu Beginn der Hallensaison 2019 einen ersten Formcheck zu absolvieren. Hierfür traten sie am vergangenen Sonntag beim alljährlichen Hallensportfest in Mannheim an.
Den Anfang machte an diesem Tag die amtierende Europameisterin Malaika Mihambo. Als Vorbereitung für ihre Paradedisziplin, den Weitsprung, ging die 24-Jährige über die 60m an den Start und lief sich ohne große Mühen ins Finale. Hier lag sie nach einem etwas zögerlichen Start zwar zu Beginn etwas hinter ihrer Konkurrentin auf der Nebenbahn zurück, konnte jedoch nach 30m an dieser vorbeiziehen und gewann im Ziel deutlich mit einer starken Zeit von 7,45 sek. In der männlichen JugendU18 lief Niklas Paul über die gleiche Distanz auf die Hundertstell genau dieselbe Zeit wie Malaika und belegte mit dieser Leistung im A-Finale den 5. Platz. Der gleichaltrige Mehrkämpfer Kim-Lukas Koloska testete in gleich zwei Disziplinen seine Form, wobei vor allem sein 4. Platz über die 60m Hürden (9,01sek) als toller Saisoneinstieg verbucht werden kann. Über die 200m wurde in 25,24sek Zwölfter.
In der weiblichen Jugend bewiesen die beiden Langsprinterinnen Clara Wollschläger und Louisa Ludwig, dass über die 400m immer mit der LG Kurpfalz zu rechnen ist. So stand Clara in der U20 mit einer Zeit von 59,23sek souverän auf Rang eins der Gesamtwertung und auch Louisa durfte sich in der Altersklasse U18 bei ihrem 400m-Debüt über den 2. Platz in starken 62,32sek freuen. Einzig Julia Gruber trat an diesem Tag nicht in einer Lauf- sondern in einer Sprungdisziplin an und belegte mit 4,64m den 7. Platz im Weitsprung der U20.
Maike Braun

Es ist wahrlich eine Herausforderung, nach den erholsamen Sommerferien innerhalb von drei Wochen wieder ein Niveau sportlicher Höchstleistung zu erlangen. Doch wer bei den Badischen Schüler-Mannschaftsmeisterschaften auf dem Podium stehen möchte, muss zum Saisonende hin noch einmal alles geben, um dem eigenen Team so viele Punkte wie möglich einzuspielen. Diesen Ansporn hatten sechs Mannschaften der LG Kurpfalz am vergangenen Wochenende in Langensteinbach, wo sie mit Blick auf ihre Leistungen aus der Qualifikation allesamt Chancen auf eine Medaille hatten.

Am ersten Tag war die LG in der Altersklasse U16 sowohl bei den Mädchen als auch bei den Jungs im kleinen Durchgang in den Disziplinen 100 m, Weitsprung, Kugelstoßen und 4×100 m am Start. Bei den Mädchen sammelte Sophie Knapp als Beste über die 100 m (13,22 sek) und im Weitsprung (4,76 m) viele Punkte, ebenso Greta Ziegler als 3. im Weitsprung und 6. im Sprint. Im Gesamtklassement wurde das Team, zu welchem außerdem noch Hannah Gieser, Kathrin Krämer, Maike Deckert, Lea Hoffmann und Emma Volandt gehörten, Dritter und erkämpfte sich somit die Bronzemedaille. Auch bei den gleichaltrigen Jungen war jeder Athlet des Teams in seiner Disziplin ein wichtiger Punktelieferant, wobei besonders die Staffel in der Besetzung Marius Bach, Kim-Lukas Koloska, Marcel Jahn und Felix Abbe mit der drittschnellsten Zeit (50,48 sek) glänzen konnte. Gemeinsam mit Paul Wagner und Jonathan Helminger landeten sie schließlich auf dem 6. Rang von insgesamt acht Mannschaften.

Am Sonntag sollten gar vier Teams der LG Kurpfalz beim badischen Kräftemessen dabei sein. Den Überraschungssieg des Tages landeten dabei die Mädchen der Altersklasse U14. Da aufgrund des Unwetters der Hochsprung abgesagt werden musste, welcher die stärkste Disziplin der Konkurrentinnen aus Karlsruhe gewesen wäre, setzten sich die Mädchen der LG Kurpfalz mit einem Hauch von 6 Punkten Vorsprung an die Spitze des Feldes und gewannen den Titel. Sarah Meiser überzeugte dabei gleich dreimal, indem sie im Sprint und über die Hürden jeweils Zweitschnellste und zudem Beste über die 800 m war. Auch die beiden dritten Plätze über die 800 m und Hürden von Katharina Ecker und Tatjana Hoffmann sowie der Doppelsieg im Ball von Katharina und Tabea Hoffmann waren im Kampf um den Sieg von enormer Bedeutsamkeit. Als schließlich noch die Staffel in der Besetzung Tatjana und Tabea Hoffmann, Anna Berner und Maren Rohrer als erstes ins Ziel kamen, war die Meisterschaft für sie und Pauline Nagel, Finja Hoock, Pauline Junker sowie Charlotte Trapp gesichert.

Ihre männlichen Trainingskollegen hatten an diesem Tag leider nicht ganz so viel Glück. Trotz toller Leistungen von Georgi Hristov, Yannick Schaub, David Waeldin, Moritz Braun und Béla Keitel konnten sie die aufgrund ihrer Leistungen aus dem Vorkampf erhoffte Podestplatzierung leider nicht erreichen. Trotzdem kämpften sie in jeder Disziplin um die wichtigen Punkte und belegten am Ende den 5. Platz. Die Mädchen der U12 hingegen fanden sich zum Schluss ganz oben auf dem Siegertreppchen wieder und auch hier war es erneut denkbar knapp; nur 9 Punkte Vorsprung hatten sie auf Rang zwei. Im Sprint über die 50 m und im Weitsprung sorgte Lara Scheel als Gesamtbeste für einen Punkteregen, ebenso Hanna Brenner als Zweite über die 800 m. Und auch Angelina Georg, Lucie Fürle, Emily Steeg, Sophie Borlinghaus, Romy Engelhorn, Maya Henrich und Emelie Braun verstärkten das Team mit vollem Einsatz, welcher schlussendlich mit der Goldmedaille belohnt wurde. Abgerundet wurde dieses erfolgreiche Wochenende vom 3. Platz der männlichen Jugend U12. Leander Georg sammelte hierbei besonders aufgrund einer schnellen Zeit über die 800 m die meisten Punkte und gewann schließlich gemeinsam mit Marinus Haug, Linus Tornow, Jonas Luther, Ayk Nikolay, Karsten Krein, Lars Gollnick, Hendrick Schaub, Tom Hopp und Julian Kudlek die Bronzemedaille.

Während viele Jugendlichen ihre Sommerferien im Urlaub oder im Schwimmbad mit ihren Freunden verbringen, gibt es auch einige wenige Ausnahmen, deren freie Zeit nicht aus Entspannung und Erholung besteht, sondern aus Konzentration und Fokussierung auf den wichtigsten Wettkampf des Jahres. Einer von ihnen ist der Oftersheimer Leichtathlet Kim-Lukas Koloska. Für den 15-Jährigen standen am Wochenende des 18./19. August über die 300 m Hürden seine ersten Deutschen Meisterschaften der Schüler statt, für welche er sich gerade in den letzten Wochen nochmals intensiv vorbereitet hatte.
Dass sich die Entbehrungen und das harte Training schließlich ausgezahlt hatten, wurde bereits im Vorlauf deutlich. In einer neuen persönlichen Bestzeit von sensationellen 42,56 sek lief er sich vor allem dank eines starken Endspurts in das Finale am Folgetag und hatte damit bereits sein großes Ziel erreicht. Für diesen tollen Erfolg nahmen Kim-Lukas und sein Trainer Torben Herrmann gerne in Kauf, dass sie ihren Urlaub nach dem unerwarteten, jedoch dafür umso erfreulicheren Finaleinzug jeweils um einen Tag nach hinten schieben mussten.
Im Endlauf konnte Kim-Lukas schließlich mit dem Vorsatz an den Start gehen: Ich habe es ins Finale geschafft; alles, was jetzt noch kommt, ist Zugabe. Also Vollgas! Und das tat er auch. Auf Bahn eins laufend hatte er seine Konkurrenten stets im Blick und konnte sich immer weiter an sie heranlaufen und auf den letzten Metern erneut seine große Stärke, seine Tempohärte, ausspielen. In einer fast identischen Zeit wie am Tag zuvor, nämlich in 42,67 sek, überquerte Kim-Lukas schließlich als Sechster die Ziellinie und lag somit nur 0,05 sek hinter dem 5. Platz zurück.
Maike Braun

Kim-Lukas bei seiner Siegerehrung (Zweiter von rechts)


Es gibt Momente im Leben eines Spitzensportlers, die einen plötzlich alle anstrengenden Trainingseinheiten, Rückschläge und Entbehrungen vergessen lassen. Momente, in denen das Herz so schnell schlägt, als wolle es einen neuen Weltrekord in Schlägen pro Minute aufstellen und Endorphine durch den ganzen Körper strömen. Genau dieses Gefühl erlebte die Oftersheimer Weitspringerin Malaika Mihambo am Samstagabend, als sie im Berliner Olympiastadion vor 60.500 Zuschauern die Goldmedaille bei den Europameisterschaften gewann.
Doch dieser Titelgewinn war kein Selbstläufer – im Gegenteil. Nach der Absage der Favoritin aus Serbien stand kurz vor Beginn des Finals fest: Malaika ist, gemessen an den Vorleistungen der laufenden Saison, die Favoritin auf den Titel. Somit lasteten nicht nur die eigenen Erwartungen auf den Schultern der jungen Athletin, sondern auch die aller deutschen Leichtathletikfans. Eine vollkommen neue Erfahrung für Malaika. Die dadurch entstandene Anspannung war ihr zu Beginn des Wettbewerbs deutlich anzusehen und schlug sich leider auch in den Weiten ihrer ersten beiden Sprünge nieder. Mit 6,36m nach zwei Durchgängen war sie nicht unter den besten Acht vertreten und somit im 3. Versuch unter Zugzwang, um sich die Chance auf eine Medaille zu bewahren.
Wie sehr das gesamte Stadion in diesem Moment mit der 24-Jährigen mitfieberte, zeigte sich beim rhythmischen und unterstützenden Klatschen der Menge. Besonders die Anspannung der 30 mitgereisten Fans und Vereinskameraden war nun an ihrem Maximum angelangt, wussten sie doch alle, dass Malaika eigentlich viel weiter springen kann. Und tatsächlich fing sich die Oftersheimerin in diesem entscheidenden Versuch, beflügelt von den Anfeuerungsrufen aus dem Publikum, und setzte sich mit 6,75m an die Spitze des Feldes. Doch kamen in den folgenden Durchgängen ihre Konkurrentinnen aus Großbritannien und der Ukraine immer näher, sprangen ebenfalls Weiten über 6,70m und ließen den Weitsprungwettbewerb zu einem der spannendsten Disziplinen der gesamten Europameisterschaft werden. Doch an Malaikas Weite reichten sie nie ganz heran, sodass am Ende nur noch die Britin Shara Proctor in ihrem letzten Versuch die Möglichkeit hatte, zu kontern. Nicht nur Malaika, das gesamte Olympiastadion hielt während der Messung dieses Sprungs von Proctor den Atem an; die Anspannung war regelrecht greifbar. Doch dann die Gewissheit: Proctors Sprung ist nicht weit genug, was bedeutete: Malaika Mihambo ist die neue Europameisterin im Weitsprung und die erste Deutsche, der dieser Triumph nach der großen Heike Drechsler gelungen ist.
Überwältig von ihren eigenen Emotionen und dem tosenden Applaus der Zuschauer konnte Malaika zunächst gar nicht begreifen, was da gerade passiert ist. Noch Stunden nach dem Wettkampf auf der After-Party im Hotel der Sportler sagte sie: „Ich glaube das dauert einfach noch, bis ich das alles realisiert habe“. Tatsächlich sollte es bis dahin jedoch nicht mehr allzulange dauern. Am Folgetag bei der Siegerehrung vor tausenden von Zuschauern auf dem Breitscheidplatz gaben die Klänge der Nationalhymne schließlich den Anstoß dafür, dass Malaika ihren Gefühlen freien Lauf lassen konnte und ihr bewusst wurde: Mein großer Traum ist tatsächlich wahr geworden!
Maike Braun

Für gewöhnlich sind Leichtathleten ja dafür bekannt, dass sie bei Wind und Wetter auf dem Platz stehen und jeglichen Witterungsbedingungen trotzen. Doch bei Temperaturen nahe der 40 Grad, wie sie am vergangenen Wochenende herrschten, kommen selbst die robustesten Sportler an ihre Grenzen. Da allerdings die Bedingungen bei den Süddeutschen Meisterschaften der Altersklassen U23/U16 im wunderschönen Walldorfer Stadion für alle Teilnehmer gleich waren, waren meist diejenigen vorne mit dabei, die neben Talent auch die besten Tricks zur Abkühlung im Petto hatten.
Bei ihrem letzten Wettkampf am Ende einer erfolgreichen Saison durfte sich Anna Schumacher gleich über zwei Platzierungen auf dem Podium freuen. Über die 400m ging die 19-Jährige ihr Rennen mutig an und kam somit als erste auf die Zielgerade, musste jedoch auf den letzten 50m ihrem schnellen Anfangstempo Tribut zollen und spürte den Atem ihrer Mitstreiterinnen bereits im Nacken. Doch dank ihres Stehvermögens von der 800m Distanz, ihrer eigentlichen Paradedisziplin, kämpfte Anna sich ins Ziel und gewann in einer tollen Zeit von 56,77 sek die Goldmedaille. Am Tag darauf stand die gleiche Strecke nochmals für sie auf dem Plan, diesmal jedoch gemeinsam mit Anne Braun, Denise Grashof und Maike Braun in der 4x400m Staffel. Eine Medaille fest im Blick, liefen alle vier Mädels ein beherztes Rennen und zeigten, dass die LG Kurpfalz nicht nur schnelle Einzelathleten, sondern auch im Team einiges zu bieten hat. Zwar war die Staffel aus Mainz von Beginn an auf und davon, die übrigen Mannschaften lieferten sich jedoch ein enges Rennen mit ständigen Positionswechseln, welches die LG Kurpfalz am Ende für sich entscheiden konnte und in 3:58,79 min Silber gewann.
Auch Anne Braun war am Vortag bereits bei der U23 über die 400m Hürden hochgestartet und hatte somit ein Rennen in den Beinen. Eine Woche nach ihrem Saisonhöhepunkt bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Rostock, wo sie einen grandiosen 7. Platz im Finale erreichte, lief sie an diesem Tag auch bei den Älteren ganz vorne mit und wurde in 63,74 sek fünfte. Dieselbe Platzierung erreichte ebenfalls der 15-jährige Kim-Lukas Koloska über die 300m Hürden. Bei seiner Generalprobe vor den Deutschen Meisterschaften der U16 rannte er eine starke Zeit von 44,28 sek und zeigte eindrucksvoll, dass er bereit für seine ersten nationalen Titelkämpfe ist. Abgerundet wurde dieses tolle Ergebnis von Isabelle Sturm im Kugelstoßen sowie im Diskus. In beiden Disziplinen belegte die 19-Jährige den 8. Platz in der Endabrechnung und verabschiedete sich mit Weiten von jeweils 11,78m im Kugel und 39,67m im Diskus in die Sommerpause.
Für die meisten Athleten der LG Kurpfalz ging mit dieser Meisterschaft auch die Saison 2018 zu Ende. Es beginnt nun die von allen heißersehnte „Off-Season“, bevor Mitte September die Vorbereitungen für das neue Jahr starten werden. An dieser Stelle geht ein großer Dank an all die vielen Trainerinnen und Trainer, die das gesamte Jahr unzählige Stunden auf und neben dem Sportplatz damit verbringen, ihren Schützlingen optimale Trainingsbedingungen zu bieten und sie zu fördern. Im Namen aller Sportler daher: Ein großes Dankeschön an Euch ALLE und auf eine erfolgreiche neue Saison!
Maike Braun

Die erfolgreichen Staffel-Mädels


Für die einen stellen die Deutschen Meisterschaften dieses Jahr den Höhepunkt der Saison dar, für den anderen sind sie der letzte Test bevor es bei der Europameisterschaft zum internationalen Kräftemessen kommt. Letzteres trifft auf die Oftersheimer Ausnahmeathletin Malaika Mihambo zu. Mit einer persönlichen Bestleistung von 6,99m, gesprungen am Anfang dieser Saison, stehen die Chancen auf eine Medaille in Berlin gut, jedoch musste für diese Chance noch eine Leistung erbracht werden: Einen Platz unter den ersten Drei bei den Deutschen Meisterschaften.
Dieses Ziel fest im Blick, reiste Malaika gemeinsam mit ihren Trainern Ralf Weber und Sören Eisenhofer am vergangenen Wochenende nach Nürnberg, wo die nationalen Titelkämpfe ausgetragen werden sollten. Zunächst tat die 24-Jährige sich jedoch schwer, in den Wettkampf zu kommen. Mit Weiten von 6,47m bis 6,57m konnte sie zwar sicher einen Platz unter den vorläufigen Top Acht belegen und somit in das Finale einziehen, für die Spitze reichte dies jedoch noch nicht. Alexandra Wester (Köln) und Julia Gerter (Frankfurt) hatten mit Weiten jenseits der 6,60m vorgelegt, sodass Malaika, wollte sie hier gewinnen, nun unter Zugzwang war. Doch dass die Oftersheimerin mit solchen Drucksituationen umgehen kann und ihre Coolness und Erfahrung auszuspielen vermag, bewies sie in ihrem vorletzten Versuch. Mit starken 6,72m setzte sie sich verdient an die Spitze des Feldes, von wo sie auch bis zum Ende nicht mehr verdrängt wurde, sodass sie sich von nun an Deutsche Meisterin 2018 nennen darf. Die kurze Schrecksekunde nach ihrem letzten Versuch, als sie sich mit einem schmerzverzerrten Gesichtsausdruck an die Wade fasste, stellte sich im nachhinein glücklicherweise lediglich als gemeiner Krampf heraus, sodass der Mission Berlin von nun an nichts mehr im Wege steht.
Doch Malaika war nicht die einzige Starterin der LG Kurpfalz an diesem Wochenende, denn geballte Frauenpower zeigten auch Clara Wollschläger, Anne Braun, Jennifer Matern und Anna Schumacher in der 4x400m Staffel. Alle vier liefen sie in einem extrem starken Teilnehmerfeld ein herausragendes Rennen, begeisterten durch Kampfgeist und Stehvermögen, sodass sie am Ende ihre eigene Bestzeit um vier Sekunden verbesserten und in 3:48,12 min den 8. Platz belegten. Wir erinnern uns zurück: Mit dieser Zeit hätten die 16 bis 19-jährigen Mädels bei den Deutschen U23 Meisterschaften die Silbermedaille gewonnen!
Diese tollen Ergebnisse des Wochenendes zeigen, dass die LG Kurpfalz sowohl etablierte Medaillenkandidaten als auch talentierte Nachwuchsathleten in ihren Reihen hat, die sicher auch in den nächsten Wochen und Jahren weiterhin tolle Erfolge einholen werden. So werden vor den Europameisterschaften in Berlin Anne Braun, Clara Wollschläger und Kim-Lukas Koloska in den folgenden Wochen bei den Deutschen Schüler- und Jugendmeisterschaften an den Start gehen und mit tollen Aussichten auf Erfolge die Oftersheimer Fahne hochhalten.
Maike Braun