Malaika Mihambo ist zum neunten Mal in Folge Deutsche Meisterin im Weitsprung geworden.
Die Athletin vom TSV Oftersheim, die für die LG Kurpfalz startet, gewann den Wettkampf bei den nationalen Hallen-Meisterschaften in Dortmund mit einer Weite von 6,57 Meter. Zweite wurde Libby Buder mit 6,41 Meter.
Ein Infekt und Knieprobleme hatten Mihambos Vorbereitung erschwert. Auch in Dortmund machte sie nicht den Eindruck, als würde es ein Leichtes werden, den neunten Titel in Folge zu gewinnen. Mihambo legte mit 6,37 Metern los, danach unterliefen ihr zwei Fehlversuche – so war es zur Halbzeit des Wettbewerbs „nur“ Platz zwei hinter Libby Buder, die 6,41 Meter gesprungen war.
Im vierten Versuch gelang der Favoritin der erlösende Sprung, mit 6,57 Metern übernahm sie die Spitze und ließ sich dort nicht mehr verdrängen – ihre Siegesserie seit 2018 hielt. „Das ist schon eine ganz schön beachtliche Zahl, daher ist es für mich etwas Besonderes“, sagte Mihambo. „Ich habe immer versucht, innerhalb meiner Grenzen zu trainieren und ich denke, das ist auch ein Grund, warum ich so lange da vorne dabei bin und so viel erreichen konnte.“
Mihambo war nach dem Wettkampf nicht ganz zufrieden: „Heute lief es nicht so, wie ich mir das erhofft hatte. Ich glaube, ich war so schnell wie noch nie bei Deutschen Hallen-Meisterschaften, ich bin mit 9,7 Metern pro Sekunde angelaufen, was für die Halle schon sehr, sehr schnell ist. Da war ich am Ende ein wenig ratlos, wie man nicht so weit springen kann.“
Eine Antwort hatte Mihambo kurz nach dem Wettkampf nicht. Dass sie in diesem Winter immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat, spielte aber sicher eine Rolle. „Ich hatte ja auch etwas am Knie und musste pausieren, das ist alles Zeit, die fehlt. Das erklärt, warum ich zwar schon schnell anlaufe, aber es nicht in Weite umsetzen kann. Diese Saison ist bisher davon gezeichnet, dass ich mich körperlich nicht so gut fühle“, sagte die Olympiasiegerin und zweifache Weltmeisterin.
Mihambo optimistisch für die Höhepunkte des Jahres
Und trotzdem blickt Mihambo positiv auf den weiteren Verlauf des Jahres. Ihr Fokus liegt auf den Freiluft-Wettbewerben, besonders auf den Europameisterschaften in Birmingham (10. bis 16. August), der Premiere der Ultimate Championships in Budapest (11. bis 13. September) und den Diamond-League-Meetings. „Das Wichtigste ist, dass ich in der Halle schon so ein Niveau erreicht habe, da weiß ich, dass es im Sommer zusammenkommen wird“, sagte Mihambo.
Die deutsche Weitsprung-Ikone weiter: „Da muss man manchmal Geduld haben, bis die Dinge ineinandergreifen.“ Und Mihambo weiß, wovon sie spricht. Denn auch ohne diese Gewissheit wäre es nicht möglich, neun Jahre hintereinander den Titel bei den Deutschen Meisterschaften zu holen.
Quelle: Sebastian Hochrainer, sportschau.de