Normalerweise freut sich ein Sportler stets mehr über die Goldmedaille als über die Silberne. Bei Malaika Mihambo war dies am vergangenen Wochenende bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig einmal anders. Nachdem sie sowohl im Vorlauf (7,29 sek) als auch im Halbfinale (7,27 sek) ihre persönliche Bestleistung über die 60m bereits zweimal hatte steigern können, ging die Athletin vom TSV Oftersheim mit guten Chancen auf eine Medaille ins Finale. Hier schien einfach alles zu passen. Den Start für eine „nicht-Sprinterin“ gut erwischt konnte sie ihre Geschwindigkeit mehr und mehr steigern, sodass sie am Ende hauchdünn hinter der Siegerin Lisa Marie Kwayie aus Berlin als Zweite die Ziellinie überquerte. Doch nicht nur die Silbermedaille bei den Sprint-Profis war sensationell, auch Malaikas Zeit von 7,22 sek konnte sich mehr als sehen lassen.

Von diesem straffen Wettkampfplan am Samstag etwas ausgelaugt trat die amtierende Weltmeisterin im Weitsprung schließlich tags darauf auch in ihrer Paradedisziplin an. Gemessen an ihrer bisherigen Saisonbestleistung von 7,07m hätte im Vorfeld wohl kaum einer am Sieg der 26-Jährigen gezweifelt, doch zunächst wollte sie nicht so richtig in den Wettkampf hineinkommen. Nach zwei Versuchen unterhalb von 6,50m fing sie sich jedoch wieder und konnte am Ende doch deutlich mit 6,77m den Sieg in die Kurpfalz holen. „Es war heute einfach nicht mein Weitsprung-Tag“, meinte sie anschließend in einem Interview, aber auch das gehöre zum Sport dazu. Am Ende konnte sie sich dennoch über ihren Dritten Titel in Serie freuen und darüber, dass sie bei einem Sieg in der Halle noch nie weiter gesprungen war als heute.

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