Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat gemeinsam mit der Bundesärztekammer das Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT entwickelt, das gesundheitsorientierte Sportangebote in Sportvereinen kennzeichnet.

(Auszug aus der DOSB Broschüre “Sport und Gesundheit“)

Das Qualitätssiegel „SPORT PRO GESUNDHEIT“

Allerorts springen einem die verschiedensten Güte-, Prüf- und Qualitätssiegel ins Auge. Doch nicht immer wird klar, nach welchen Gesichtspunkten das jeweilige Zertifikat vergeben wurde. Das Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT hingegen steht für Transparenz.

Es hat klar definierte Ziele und Kriterien und schafft Orientierung im Dschungel der zahlreichen Programme des Gesundheitssports. Es hilft Interessenten, aber auch Ärztinnen und Ärzten sowie Krankenkassen bei der erfolgreichen Suche nach dem passenden Gesundheitskurs
und unterstützt die Sportvereine bei der Bildung eines gesundheitsorientierten Profils.

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass sich ein großer Prozentsatz der Gesundheitskosten durch Prävention vermeiden lässt. Zugleich ist unstrittig, dass Bewegung und Sport zentrale Bestandteile einer erfolgreichen Prävention sind. SPORT PRO GESUNDHEIT verfolgt daher kurzfristige Ziele wie die Stärkung von physischen und psychosozialen Gesundheitsressourcen sowie die Verminderung von Risikofaktoren. Im Kern zielen die Bemühungen von SPORT PRO GESUNDHEIT aber auf eine langfristige Bindung an gesundheitssportliche Aktivität sowie die Bildung einer eigenen Gesundheitskompetenz; auf eine Nachhaltigkeit also, die sich im Idealfall im lebenslangen Sporttreiben äußert.

In besonderem Maße gilt dies für Menschen, die nie oder lange nicht mehr Sport getrieben haben. Sie auf ihrem Weg in ein sportbegeistertes Leben zu begleiten, ist Anspruch und Ansporn zugleich. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, erfüllen sowohl die Kurse, die mit dem Siegel SPORT PRO GESUNDHEIT ausgezeichnet werden, wie auch deren Übungsleiterinnen und Übungsleiter, als auch die anbietenden Vereine sechs  Qualitätskriterien:

Qualitätskriterium 1: Zielgruppengerechtes Angebot

Das Angebot ist einem der Bereiche „Herz-Kreislauf“, „Muskel-Skelettsystem“, „Entspannung/Stressbewältigung“ oder „Allgemeiner  Präventionssport“ zugeordnet, zudem ist die Zielgruppe zu benennen, an die sich das Angebot schwerpunktmäßig richtet. Insbesondere muss
zwischen Kindern und Jugendlichen, Erwachsenen sowie älteren Menschen differenziert werden. Weiterhin werden das Geschlecht, die Bewegungsbiografie und das Lebensumfeld berücksichtigt.

Qualitätskriterium 2: Qualifizierte Leitung

Die Übungsleitenden sind Garanten für die Qualität der Programme. Ihre Ausbildung ist über die Richtlinien des DOSB abgesichert. Die Leiterin/der Leiter eines Gesundheitssportangebotes verfügt über die Übungsleiterausbildung „Sport in der Prävention“ auf der 2. Lizenzstufe. Mit dem Erwerb dieser Lizenz ist der Ausbildungsprozess jedoch nicht abgeschlossen. Die erworbenen Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten sollen durch regelmäßige Fortbildungen vertieft und aktualisiert werden. Für die Angebotsprofile sind die jeweils passenden Ausbildungsprofile erforderlich. Alternativ zur Übungsleiterausbildung „Sport in der Prävention“ auf der 2. Lizenzstufe kann die Leiterin/der Leiter auch eine höherwertige bewegungs- und sportbezogene Berufsausbildung einbringen.

Qualitätskriterium 3: Einheitliche Organisationsstrukturen

Die Gruppengröße ist auf maximal 15 Teilnehmende je Angebot begrenzt. Ein Kurs dauert 10 – 15 Unterrichtseinheiten und umfasst mindestens eine Unterrichtseinheit wöchentlich.

Qualitätskriterium 4: Präventiver Gesundheitscheck

Vor der Teilnahme an einem Sportprogramm wird eine Gesundheitsvorsorgeuntersuchung angeraten: Teilnehmenden ab dem 18. Lebensjahr wird ein GesundheitsCheck empfohlen, ab dem 35. Lebensjahr sollte generell eine Gesundheitsvorsorgeuntersuchung nach § 20 (1) SGB V erfolgen. Bei Kindern und Jugendlichen, die vom Schulsport ausgeschlossen sind oder waren, sollten Rücksprachen mit dem Hausarzt getroffen, oder eventuell eine Jugenduntersuchung in Betracht gezogen werden. In begründeten Fällen kann von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine ärztliche Bescheinigung gefordert werden. Aus gesundheitlichen Gründen können Personen von der Teilnahme ausgeschlossen werden.

Qualitätskriterium 5: Begleitendes Qualitätsmanagement

Ein begleitendes Qualitätsmanagement hat insbesondere die Aufgabe, sicherzustellen, dass Gesundheitssportprogramme ihre formulierten Ziele erreichen. Dazu müssen die Qualitätskriterien konsequent umgesetzt werden. Die Betreuung der Übungsleiterinnen/der Übungsleiter und der Vereine in diesem Bereich erfolgt über die für das Qualitätssiegel zugelassenen Mitgliedsorganisationen mit Unterstützung des DOSB. Diese werden zweimal jährlich von DOSB zur Bundes Arbeitsgemeinschaft SPORT PRO GESUNDHEIT ein geladen, die sich mit der Qualitätssicherung und –
entwicklung des Siegels befasst. Wesentliche Voraussetzung für ein begleitendes Qualitätsmanagement ist die Bereitschaft der Übungsleiterin/
des Übungsleiters zur Teilnahme an regionalen Qualitätszirkeln und an weiteren Maßnahmen im Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses wie z. B. Teilnehmerbefragungen, Begleituntersuchungen oder Qualitätsbewertungen (Audits).

Qualitätskriterium 6: Der Verein als Gesundheitspartner

Auf Verbandsebene sind die Voraussetzungen geschaffen, um z.B. mit ärztlichen Standesorganisationen – insbesondere den Bundes- und Landesärztekammern – oder verschiedenen Versicherungsträgern zu kooperieren. Auf örtlicher Ebene geht es vor allem darum, entsprechende Zielgruppen zu  erreichen und über die Zusammenarbeit mit Partnern im Gesundheitsbereich Teil eines Netzwerkes „Gesundheitsförderung“ zu werden. Der Verein sollte bereit sein, mit Ärzten, Schulen, Kindergärten, Seniorenorganisationen, Gesundheitsämtern, Krankenkassen und Krankenhäusern zu kooperieren. Besonders die Zusammenarbeit mit der niedergelassenen Ärzteschaft wird empfohlen. Der Sportverein sollte eine
aktive Rolle bei der Schaffung eines gesundheitsorientierten Umfeldes für die angebotenen Sportprogramme spielen. Eine wesentliche Voraussetzung hierfür ist die grundsätzliche Bereitschaft zur gesundheitsorientierten Weiterentwicklung des Vereins. Dies schließt insbe
sondere eine Unterstützung der Übungsleiterinnen/Übungsleiter vor Ort und eine Vernetzung der Gesundheitssportprogramme auf allen Ebenen mit ein.

Weitere Informationen unter https://sportprogesundheit.dosb.de/

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