Neuer Rekord: 5. TSV-HardtRun lässt nicht nur Läuferherzen höher schlagen
Topläufer, starke Leistungen und bewegende Momente: Der 5. TSV-Hardtrun bot Sport, Spannung und echte Emotionen bis zum Zieleinlauf.
Der Sportplatz des TSV Oftersheim ist ideal: ideal für den Zieleinlauf aller Distanzen vom Kinderlauf bis zum Oldies Walk mit Rollator, ideal für die vielfältige Verköstigung und ideal für die Unterhaltung – von der Musik über die Mini-Olympiade bis zum Kinderschminken. Und perfekterweise schließen sich die flachen Laufstrecken durch den Hardtwald gleich an. Es war also jede Altersgruppe in Aktion und am Ende glücklich. Das Angebot wurde angenommen: Bei der fünften Auflage des Hardtruns konnte sich das neu gebildete Orgateam über einen Teilnehmerrekord von 650 Startern freuen.
Der erste Startschuss des Tages galt dem Schülerlauf: 135 Kinder unter zwölf Jahren gingen auf die 1.000 Meter lange Strecke, die vom Wildgehege bis zum Stadion führte. Im vergangenen Jahr gewann er die U8 auf Rang zehn, nun holte sich der erst achtjährige Michel Kremer vom TV Schwetzingen durch einen beeindruckenden Endspurt im Stadion den Gesamtsieg. Ob er sich diese Strategie bei seiner Schwester Luise aus dem Vorjahr abgeschaut hatte? Schnellste Schülerin war Carlotta Schmid (1. FC Kaiserslautern) auf Platz Fünf.
Kaum war die Kinder-Siegerehrung durchgeführt, ging es schon mit dem Start über fünf Kilometer durch den Oftersheimer Wald weiter. Hardtrun ist zugleich ein Wortspiel, denn die Laufstrecke führt durch den angrenzenden „Hardtwald“. Hart war dieses Jahr eher die Schwüle, die sich nach dem morgendlichen Regen mit der Wärme mischte, und stellenw
eise die „Bärlauchfahne. „Aber wir sind superhappy, wie sich das Wetter und die Teilnehmerzahlen entwickelt haben“, meinte TSV-Vorstand Michael Zipf zufrieden. Mit 100 Unterstützern aus allen Abteilungen konnte der Verein alle Helferposten besetzen.
Über fünf und zehn Kilometer gingen jeweils über 200 Athleten an den Start. Die Fünf-Kilometer-Siege von Cedric Sikorski und Denise Grashoff (beide von der LG Kurpfalz) waren keine Überraschung. Für beide war der Applaus wie ein Heimspiel auf dem Trainingsplatz. Denise nutzte den Lauf als Überdistanz-Vorbereitung für ihren Start über 800 Meter am Mittwoch in Pfungstadt.
Die Zeit war zweitrangig, ebenso für Cedric, der diesen Winter „so viel Skilanglauf wie noch nie“ betrieben hat. Obwohl er sich gar nicht auf das Lauftraining konzentrieren kann, weil im Winter der Skilanglauf und nun seine Arbeit als Projektingenieur bei der Bahn Priorität haben, läuft er Bestzeiten. „Ich habe gerade Bock auf Volks- und Straßenläufe.“
Prominenter Starter über fünf Kilometer war Michael Lofink, Athlet und Athletensprecher der Special
Olympics. Der 45-jährige Eberbacher kommt vom Radsport und startet seit zwei Jahren auch im Triathlon. So in zwei Wochen im slowakischen Samorin, wo vergangenes Jahr 13 Grad kaltes Wasser auf ihn wartete. „Zur Vorbereitung und mentalen Abhärtung gehe ich einmal im Monat in die Eistonne: acht Minuten bei zwei Grad.“
Special Olympics sind – im Gegensatz zu den Paralympics – für Sportler mit „geistiger und mehrfacher Behinderung“. Ihre Kategorie wird nicht durch ihre körperliche Einschränkung bestimmt, sondern durch einen Klassifikationswettkampf, bei dem immer die jeweils besten acht Athleten zusammengefasst werden und beim Hauptwettkampf gegeneinander starten.

Special-Olympics-Athlet Michael Lofink (Mitte) unterstützte die HG-Unified-Hyänen beim Inklusionslauf.
Falls das Ergebnis im Klassifikationswettkampf und die Finalleistung zu stark differieren, kann eine Disqualifikation ausgesprochen werden. Michael Lofink hat eine Augenerkrankung und eine Lernschwäche, die ihm nicht anzumerken ist, „weil mich vor 14 Jahren Kollegen in der Werkstatt gefördert haben und ich dadurch doch so viel lernen konnte“.
Lofink war mit einer Zeit von 30:35 Minuten etwa eine Minute schneller als Erwin Hube, den er beim Start kennengelernt hat. Der Schwetzinger Erwin – mit 86 Jahren ältester Starter über fünf Kilometer – nahm nach langer Auszeit wieder an einem Wettkampf teil, „weil es hier in der Nachbargemeinde ist“.
Die schnellsten Athleten über zehn Kilometer betreiben beide auch Hyrox, eine Kombination aus Kraft- und Laufeinheiten. Vorjahressiegerin Caroline Lieb war dieses Jahr langsamer, was auch daran liegt, dass die Zehn-Kilometer-Strecke etwas verlängert wurde. Vorher war sie zu kurz, nun ist sie etwas zu lang. Die 36-jährige Ketscherin und ehemalige Handballerin trainiert öfter schon morgens um 6 Uhr knapp zwei Stunden im Fitness-Studio. „Mein nächstes Ziel sind die Weltmeisterschaften in Stockholm.“ Sie startet in der Profi-Klasse, was bedeutet, dass die Gewichte an den Stationen schwerer sind.
Der 26-jährige Schwetzinger Tobias Schmitt hatte in jüngster Vergangenheit die „normale“ Hyrox-Klasse in Köln gewonnen. Der Grundschul-Lehramtsstudent für Deutsch und Sport absolviert sein Lauftraining bei der TSG Heidelberg. Er war zum ersten Mal beim Hardtrun dabei und freute sich herzlich über seinen souveränen Sieg im Alleingang.
Letzte Programmpunkte waren der Oldies Walk und der Inklusionslauf: Die älteren Teilnehmer – manche mit Rollator – wurden ebenso begeistert angefeuert wie die Inklusionsläufer der HG-Unified-Hyänen, für die der Zieleinlauf teilweise ein neues Erlebnis war. Das Strahlen in den Gesichtern drückte hier besonders viel Stolz aus.
Birgit Schillinger/Schwetzinger Zeitung. Fotos: cheesy.photo








Jakob Wells






