Dank über 100 Helfern und emotionalen Inklusionsmomenten wird der TSV-HardtRun zu einem besonderen Gemeinschaftserlebnis.

Als am Sonntagmorgen ein Regenschauer nach dem nächsten über Oftersheim zog, dürfte bei den TSV-Funktionären nicht jeder Puls ausschließlich vom Sport gekommen sein. „Ich muss schon gestehen, dass ich am Morgen, als ein Schauer den nächsten ablöste, etwas nervös wurde“, sagt Vorsitzender Michael Zipf rückblickend.

Doch pünktlich zum Start des ersten Teils vom HardtRun, dem Kids Run, zeigte sich die Sonne. „Da hellte sich auch meine Miene und die der Helfer auf“, erzählt Zipf. Wenig später wurde deutlich: Diese Veranstaltung ist in Oftersheim längst mehr als ein Volkslauf.

 

Beim HardtRun geht es auch um Ergebnisse

Natürlich ging es auch diesmal um schnelle Zeiten und sportlichen Ehrgeiz. Die Strecke durch den Hardtwald mit dem Zieleinlauf ins Stadion kam bei den Teilnehmern erneut gut an. Laut Zipf standen viele bekannte Namen auf der Meldeliste, gleichzeitig seien aber auch zahlreiche Läufer erstmals dabei gewesen. „Ich denke, wir haben gute Chancen, dass sie auch im nächsten Jahr wieder zu uns kommen werden“, sagt er.

Wer am Sonntag über das TSV-Gelände lief, merkte allerdings schnell: Im Mittelpunkt stand nicht nur der Sport.

Über 100 Helfer in Oftersheim im Einsatz

Schon früh am Morgen herrschte im ganzen Dorf Betrieb. Während die ersten Läufer ihre Startnummern abholten, wurden an anderer Stelle noch Strecken ausgeschildert, Obst geschnitten oder Getränkestände vorbereitet.

Mehr als 100 Helferinnen und Helfer aus nahezu allen Abteilungen des TSV waren im Einsatz. Einige standen als Streckenposten im Hardtwald, andere kümmerten sich um Auf- und Abbau, den Grill oder die Ausgabe der Startunterlagen. „Es war insgesamt eine tolle Teamleistung des gesamten TSV“, sagt Zipf.

Besonders stolz sei der Verein darauf, dass sich in diesem Jahr nahezu alle Abteilungen eingebracht haben. Und dabei kam einiges rum: Statt einfach nur eine Hüpfburg aufzustellen, organisierte der TSV sogar eine ganze Kinderolympiade.

„Von den Kindern bis zu den Senioren“

Abteilungen aus Leichtathletik, Turnen, Trampolin, Volleyball, Handball oder dem Freizeitsport bauten Spielstationen auf und betreuten diese den ganzen Tag über. Laut Zipf seien die Angebote durchgehend stark besucht gewesen. Auch die Twirlings präsentierten sich mit zwei Gruppen.

„Für uns im TSV ist der HardtRun mehr“, sagt der Vorsitzende. „Nämlich eine Veranstaltung, bei der von den Kindern bis zu den Senioren alle Spaß an der Bewegung haben und gemeinsam einen schönen Tag beim TSV verbringen.“

Emotionale Momente beim Inklusionslauf

Für besondere Momente sorgte erneut der Inklusionslauf. Dass Menschen mit Handicap selbstverständlich Teil der Veranstaltung sind, kam bei den Teilnehmern laut Veranstalter besonders gut an.

Special-Olympics-Athlet Michael Lofink zeigte sich nach dem Lauf beeindruckt. „Ich wollte mich einfach noch mal für den genialen Tag heute bedanken“, schrieb er dem Verein anschließend. „Es war wunderschön zu sehen, wie ihr euch für Inklusion einsetzt.“ Gerade diese Momente blieben vielen Besuchern in Erinnerung. Denn neben den ambitionierten Läufern, die um Sekunden kämpften, ging es an anderer Stelle vor allem um Gemeinschaft und gemeinsame Erlebnisse.

Wenn Maskottchen gegeneinander antreten

Für Unterhaltung sorgte außerdem der Maskottchenlauf – vermutlich der ungewöhnlichste Wettbewerb des Tages. Harry Hardtwald vom TSV trat dabei gegen Hyäne „Wutschi“ von der HG, Utzi von der Bäckerei Utz, Fred Fuchs von der Schwetzinger Zeitung und den „Embär“ von Edeka Embach an.

Immerhin: Beim Heimspiel behielt Harry Hardtwald am Ende die Nase vorn. Fred Fuchs sollte wohl lieber beim Schreiben der Kindernachrichten bleiben: mit seinen großen Füßen watschelte er als letztes ins Ziel.

Lob für die Atmosphäre

Dass die Stimmung bei Teilnehmern und Besuchern gut ankam, zeigte auch das Feedback vieler Läufergruppen. Eine Laufgruppe aus Hockenheim schrieb nach der Veranstaltung: „Ein großes Dankeschön an den TSV für die tolle Veranstaltung mit auffallend freundlichen Helferinnen und Helfern. Wir kommen sehr gerne wieder.“

Solche Rückmeldungen dürften den Verantwortlichen besonders wichtig sein. Denn der HardtRun lebt offenbar nicht nur von der Strecke, sondern vor allem von der Atmosphäre rund um die Veranstaltung.

Vereine, Gemeinde und DRK helfen mit

Zum Gelingen beigetragen haben dabei längst nicht nur TSV-Mitglieder. Zipf bedankt sich ausdrücklich bei den „Hardtwaldhexen“, die inzwischen fest zum Kinderprogramm gehören. Auch die Siedlergemeinschaft rund um Vorsitzenden Harry Schreiner unterstützte die Veranstaltung erneut. Und die Nachbarn von der SG Oftersheim waren mit einer großen Läufergruppe vertreten.

„Es ist schön zu sehen, wie die Oftersheimer Vereine zusammenhalten und sich gegenseitig unterstützen“, sagt Zipf. Lob gab es außerdem für die Zusammenarbeit mit Gemeinde, Bauhof, Ordnungsamt und Forst. Die Zeitmessung übernahm erneut Bernd Rollar mit seinem Team von br-timing.

Bei HardtRun und Spargellauf

Auch der TV Schwetzingen unterstützte den TSV wieder. Beide Vereine helfen sich inzwischen gegenseitig bei HardtRun und Spargellauf.

Mit dabei war außerdem der DRK-Ortsverein Oftersheim, der während der Veranstaltung mehrere kleinere Einsätze hatte. Für jeden Teilnehmer legte der TSV einen Euro der Startgebühr für das DRK zurück. Die Spende soll in Kürze übergeben werden.

Noah Eschwey/Schwetzinger Zeitung. Fotos: cheesy.photos

Topläufer, starke Leistungen und bewegende Momente: Der 5. TSV-Hardtrun bot Sport, Spannung und echte Emotionen bis zum Zieleinlauf.

Start zum Kids Run.

Der Sportplatz des TSV Oftersheim ist ideal: ideal für den Zieleinlauf aller Distanzen vom Kinderlauf bis zum Oldies Walk mit Rollator, ideal für die vielfältige Verköstigung und ideal für die Unterhaltung – von der Musik über die Mini-Olympiade bis zum Kinderschminken. Und perfekterweise schließen sich die flachen Laufstrecken durch den Hardtwald gleich an. Es war also jede Altersgruppe in Aktion und am Ende glücklich. Das Angebot wurde angenommen: Bei der fünften Auflage des Hardtruns konnte sich das neu gebildete Orgateam über einen Teilnehmerrekord von 650 Startern freuen.

Der erste Startschuss des Tages galt dem Schülerlauf: 135 Kinder unter zwölf Jahren gingen auf die 1.000 Meter lange Strecke, die vom Wildgehege bis zum Stadion führte. Im vergangenen Jahr gewann er die U8 auf Rang zehn, nun holte sich der erst achtjährige Michel Kremer vom TV Schwetzingen durch einen beeindruckenden Endspurt im Stadion den Gesamtsieg. Ob er sich diese Strategie bei seiner Schwester Luise aus dem Vorjahr abgeschaut hatte? Schnellste Schülerin war Carlotta Schmid (1. FC Kaiserslautern) auf Platz Fünf.

Kaum war die Kinder-Siegerehrung durchgeführt, ging es schon mit dem Start über fünf Kilometer durch den Oftersheimer Wald weiter. Hardtrun ist zugleich ein Wortspiel, denn die Laufstrecke führt durch den angrenzenden „Hardtwald“. Hart war dieses Jahr eher die Schwüle, die sich nach dem morgendlichen Regen mit der Wärme mischte, und stellenw

Denise Grashoff war die Schnellste über 5 Kilometer.

eise die „Bärlauchfahne. „Aber wir sind superhappy, wie sich das Wetter und die Teilnehmerzahlen entwickelt haben“, meinte TSV-Vorstand Michael Zipf zufrieden. Mit 100 Unterstützern aus allen Abteilungen konnte der Verein alle Helferposten besetzen.

 

Über fünf und zehn Kilometer gingen jeweils über 200 Athleten an den Start. Die Fünf-Kilometer-Siege von Cedric Sikorski und Denise Grashoff (beide von der LG Kurpfalz) waren keine Überraschung. Für beide war der Applaus wie ein Heimspiel auf dem Trainingsplatz. Denise nutzte den Lauf als Überdistanz-Vorbereitung für ihren Start über 800 Meter am Mittwoch in Pfungstadt.

Die Zeit war zweitrangig, ebenso für Cedric, der diesen Winter „so viel Skilanglauf wie noch nie“ betrieben hat. Obwohl er sich gar nicht auf das Lauftraining konzentrieren kann, weil im Winter der Skilanglauf und nun seine Arbeit als Projektingenieur bei der Bahn Priorität haben, läuft er Bestzeiten. „Ich habe gerade Bock auf Volks- und Straßenläufe.“

Prominenter Starter über fünf Kilometer war Michael Lofink, Athlet und Athletensprecher der Special

Und Cedric Sikorski der Schnellste – beide von der LG Kurpfalz.

Olympics. Der 45-jährige Eberbacher kommt vom Radsport und startet seit zwei Jahren auch im Triathlon. So in zwei Wochen im slowakischen Samorin, wo vergangenes Jahr 13 Grad kaltes Wasser auf ihn wartete. „Zur Vorbereitung und mentalen Abhärtung gehe ich einmal im Monat in die Eistonne: acht Minuten bei zwei Grad.“

 

Special Olympics sind – im Gegensatz zu den Paralympics – für Sportler mit „geistiger und mehrfacher Behinderung“. Ihre Kategorie wird nicht durch ihre körperliche Einschränkung bestimmt, sondern durch einen Klassifikationswettkampf, bei dem immer die jeweils besten acht Athleten zusammengefasst werden und beim Hauptwettkampf gegeneinander starten.

Special-Olympics-Athlet Michael Lofink (Mitte) unterstützte die HG-Unified-Hyänen beim Inklusionslauf.

Falls das Ergebnis im Klassifikationswettkampf und die Finalleistung zu stark differieren, kann eine Disqualifikation ausgesprochen werden. Michael Lofink hat eine Augenerkrankung und eine Lernschwäche, die ihm nicht anzumerken ist, „weil mich vor 14 Jahren Kollegen in der Werkstatt gefördert haben und ich dadurch doch so viel lernen konnte“.

Lofink war mit einer Zeit von 30:35 Minuten etwa eine Minute schneller als Erwin Hube, den er beim Start kennengelernt hat. Der Schwetzinger Erwin – mit 86 Jahren ältester Starter über fünf Kilometer – nahm nach langer Auszeit wieder an einem Wettkampf teil, „weil es hier in der Nachbargemeinde ist“.

Die schnellsten Athleten über zehn Kilometer betreiben beide auch Hyrox, eine Kombination aus Kraft- und Laufeinheiten. Vorjahressiegerin Caroline Lieb war dieses Jahr langsamer, was auch daran liegt, dass die Zehn-Kilometer-Strecke etwas verlängert wurde. Vorher war sie zu kurz, nun ist sie etwas zu lang. Die 36-jährige Ketscherin und ehemalige Handballerin trainiert öfter schon morgens um 6 Uhr knapp zwei Stunden im Fitness-Studio. „Mein nächstes Ziel sind die Weltmeisterschaften in Stockholm.“ Sie startet in der Profi-Klasse, was bedeutet, dass die Gewichte an den Stationen schwerer sind.

Caro Lieb verteidigte ihren Titel über 10 Kilometer.

Tobias Schmitt gewann die Herrenkonkurrenz über 10 Kilometer.

Der 26-jährige Schwetzinger Tobias Schmitt hatte in jüngster Vergangenheit die „normale“ Hyrox-Klasse in Köln gewonnen. Der Grundschul-Lehramtsstudent für Deutsch und Sport absolviert sein Lauftraining bei der TSG Heidelberg. Er war zum ersten Mal beim Hardtrun dabei und freute sich herzlich über seinen souveränen Sieg im Alleingang.

Letzte Programmpunkte waren der Oldies Walk und der Inklusionslauf: Die älteren Teilnehmer – manche mit Rollator – wurden ebenso begeistert angefeuert wie die Inklusionsläufer der HG-Unified-Hyänen, für die der Zieleinlauf teilweise ein neues Erlebnis war. Das Strahlen in den Gesichtern drückte hier besonders viel Stolz aus.

Birgit Schillinger/Schwetzinger Zeitung. Fotos: cheesy.photo

Die Jägermeister nahmen erfolgreich am „Hexennachtturnier“ in Ludwigfhafen teil und erzielten Platz 12 beim nächtlichen Volleyballturnier.

In Österreich tritt der Oftersheimer Masters-Leichtathlet Uwe Luszick-Gahlen zum ersten Mal im Wurf-Zehnkampf an, gewinnt auf Anhieb Bronze und schafft ein Kunststück.

Uwe Luszick-Gahlen hat sich im österreichischen Purgstall bei der Masters-EM der Verbände LSW und World Throwers Club die Bronze-Medaille gesichert. Dem 71-jährigen Athleten des TSV Oftersheim gelang dieses Kunststück bei seiner Premiere im Wurf-Zehnkampf.

Der Wettkampf besteht aus fünf Disziplinen aus der Leichtathletik und fünf aus dem Laufen-Springen-Werfen- (LSW) und Rasenkraftsport-Spektrum (RKS). „Folglich waren fünf Disziplinen absolutes Neuland für mich und mussten speziell erlernt und trainiert  werden. Es war mein allererster Wurf-Zehnkampf und die erhoffte Medaille habe ich gewonnen.“

An zwei Tagen galt es, im Hammerwurf, Kugelstoßen, Diskuswerfen, Speerwerfen, Steinstoßen, ein- und beidarmigen Gewichtwurf, Schleuderballwerfen, Keulenwurf sowie Kugelschocken möglichst viele Punkte zu ergattern. „Mit 6.034 Punkten habe ich die magische Grenze von 6.000 übersprungen“, berichtet Luszick-Gahlen erfreut.

Zum Auftakt musste Luszick-Gahlen mit dem 500 Gramm leichten Speer, der halb so schweren Keule, einem 1-Kilogramm-Schleuderball, der 4-Kilogramm-Kugel und dem 5-Kilogramm-Stein antreten, am zweiten Tag folgten Diskuswurf (1 Kilogramm), das Gewichtwerfen ein- und beidarmig mit 3 und 5 Kilogramm schweren Gewichten, das Hammerwerfen (4 Kilogramm) und das Kugelschocken mit einem 2,5-Kilogramm-Gewicht.

Quelle: Schwetzinger Zeitung